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Weltgebetstag um geistliche Berufe

Cons. Max Falschlunger
04. Sonntag der Osterzeit,  15.05.2011
 

Heute, am Weltgebetstag für geistliche Berufe, ist es mir ein großes Anliegen, Euch zu bitten und einzuladen, um geistliche Berufe zu beten.
Auch wenn wir vielleicht manche Fragen haben und enttäuscht sind oder sogar leiden wegen der Vorkommnisse der letzten Zeit, spüren wir trotzdem  im Seel-sorgeraum, dass wir alle einerseits eingeladen sind als getaufte Christen zu le-ben, zu handeln, Verantwortung füreinander zu übernehmen, geistlich zu leben.

Andererseits aber spüren wir auch, dass es mehr Menschen bräuchte, die als Priester, Ordensleute, oder in einem anderen geistlichen Beruf in der Seelsorge wirken.

Professor Zulehner hat neulich in unserem Notburgaheim vor den Seelsorgern des Dekanates Breitenwang gesagt: „Wir haben uns schon viel zu lange mit zweitrangigen oder drittrangigen Themen befasst und dabei haben wir viel zu viel Kraft und Zeit verbraucht, und wie ich glaube Gift verspritzt.“

Wieviel wird immer und immer wieder über Zölibat, Frauen-Priestertum, Homo-sexualität, über Macht in der Kirche gesprochen und gestritten, der Papst als nicht mehr zeitgemäß kritisiert. Es stimmt nicht, dass deshalb so viele Menschen aus der Kirche austreten. Die evangelische Kirche hat Frauen als Pastorinnen, kennt nicht die Zölibatsfrage usw. und hat viel mehr Austritte als die Katholi-sche Kirche, so die Statistik - sagt Zulehner.

 Zulehner sagt weiter, dass der tiefste Grund für die Abkehr von der Kirche die fehlende Zuwendung zum Evangelium ist. Wo eine Beziehung zum Evangelium, zur Frohen Botschaft fehlt, fehlen die Voraussetzungen zum Glauben  an Jesus Christus, entsteht einfach keine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Es entsteht keine Freundschaft mit ihm, der die Kirche gegründet hat und der Mensch in seine Nachfolge ruft.

Es ist  höchste Zeit, uns wieder mehr dem Evangelium zuzuwenden und anderen Menschen das Evangelium durch Wort und Leben nahe zu bringen. Das ist eine sehr schöne Aufgabe für jeden getauften Christen, in besonderer Weise aber für Priester und Ordensleute.

Ich staune immer wieder und beobachte, daß in den Medien wie Radio Maria oder in der Jugendzeitschrift „You“,  bei Jugendtreffen, bei Jugendgottesdiens-ten, Jugendevents, junge Menschen heute von Jesus Christus Zeugnis geben im Wort, in Musik und im Spiel.

Jesus ist ein Hirte, wie wir im Evangelium gehört haben, für  den jeder Mensch einen eigenen Namen, ein eigenes Gesicht hat. Ich und jeder von uns, ob jung oder alt kann  sich bei Jesus geborgen fühlen. Wir dürfen  uns alle, so wie wir sind, von Jesus angenommen wissen, sind ihm blutsverwandt und sind hinein genommen in eine ganz persönliche Beziehung mit ihm. ER ist nicht wie die Mietlinge. ER hat ein Herz für seine Schafe, für uns.

Das ist der große Unterschied zwischen Jesus und allen anderen politischen und geistigen Führern. Nirgendwo – in keiner anderen Religion - ist Raum für eine so persönliche Beziehung wie bei Jesus. Wie die Schafe die Stimme ihres Hirten aus tausend anderen erkennen und unwiderstehlich von ihr angezogen werden, so ist es auch mit der Stimme Jesu für seine Jünger. Wenn wir die Stimme Jesu hören, können wir mit Freude erfüllt werden.

Es ist etwas sehr Schönes, wenn ein Priester, ein Mensch im geistlichen Beruf mithelfen kann, dass jemand diese Stimme Jesu hört und ihr im Leben zu folgen vermag.


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