Jesus Christus ein Popstar?
Viele Politiker, Musiker, Popstars, treten gerne in Großstädten auf, Fußballmann-schaften zeigen in großen Zentren ihre Künste, um möglichst medienwirksam zu sein.
Der, an den wir Christen uns halten, Jesus Christus, tritt nicht medienwirksam im Zentrum Israels auf, im Zentrum der damaligen Macht, das ist in Jerusalem. Er be-ginnt in der Provinz Galiläa zu verkündigen: „ Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“. Bei uns wäre das also nicht in Wien, sondern in Tirol oder Vorarlberg.
Galiläa war damals sozusagen am Rande der Welt. Kapharnaum ist ein Ort an der Grenze, bei den Heiden, mit denen viele Juden keine Gemeinschaft haben wollten.
Gerade zu denen, die im „Schattenreich des Todes „ wohnen, geht Jesus. Gerade dort soll das prophetische Wort, das wir in der ersten Lesung bei Jesajas gehört ha-ben, in Erfüllung gehen: „Denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf“.
Jesus, der menschgewordene Gottessohn, geht dorthin, wo der Tod wohnt, Angst herrscht. Der Mensch gewordene Gott überrascht die Armen, ist Freund der Schwa-chen und derer, die man übersieht.
Dort beruft er auch die ersten Apostel in seine Nachfolge. Er beruft sie nicht aus der gehobenen, gebildeten Bevölkerungsschicht. Er beruft einfache Fischer. Sie geben ihren Beruf auf, verlieren eine gewisse Sicherheit, geben sich selber weg. Sie werden Liebende – allmählich - immer mehr. Sie durften lernen zu lieben wie Gott geliebt hat, besonders dann durch den Hl. Geist. Sie treten ein in die Grundbewegung Gottes ein. So können sie mehr als Fischer werden. Sie werden Menschenfischer.
Erleben wir Ähnliches nicht auch bei uns selbst? Fühlen wir uns nicht auch manchmal am Rande, so wie die Menschen in Sebulon und Naftali - durch verschiedene Umstände, Ereignisse, Situationen, Problem, durch eigene Schuld, fremde Schuld, Ursachen von innen oder außen.
Kennen nicht auch wir Situationen, wo wir kein oder kaum mehr Licht sehen? Ist das nicht oft gerade die Situation, in der wir aber erleben: Jetzt ist Jesus Christus da, das Licht in dieser Finsternis. Er ruft uns auf, umzukehren aus Hoffnungslosigkeit, Schuld, Feindschaft, Umwegen und Irrwegen, selber durchlässig zu werden für sein Licht.
Er ruft uns auf, dieses Licht weiterzugeben, wegzukommen von allzu großer Selbst-bezogenheit, Leid zu lindern, brauchbar zu werden, zu teilen, was wir haben, zu trösten, damit das Licht Jesu Christi aufleuchten kann in den Randgebieten unserer Welt.





