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Heilige Nacht

Ev. Lk 2,1-14
Predigt von Cons. Max Falschlunger
   


Heute, in dieser Nacht, sind auch wir eingeladen, dieses Kind zu suchen und ihm zu begeg-nen, von dem die Engel den Hirten verkündeten: „Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Wenn wir dieses Kind in der Krippe, Gottes Sohn in diesem kleinen Kind, den Retter der Welt erkennen, kann sich in unserem ganzen Leben viel verän-dern.

So mancher junge Mann hat mir bei einem Taufgespräch ehrlich von sich aus gestanden: Seitdem ich Vater geworden bin, seitdem ich dieses mein Kind sehe, habe ich angefangen, nachzudenken, hat sich in meinem Leben, das ich bisher eher gedankenlos gelebt habe und recht oberflächlich, vieles verändert, sehe ich mit meiner Frau vieles ganz neu.
Ein Ehepaar hat mir bei einem Besuch erzählt: Bisher haben wir uns viel leisten können. Wir sind am Abend zu Konzerten und Vorträgen oder Unterhaltungen gefahren. Dann sind hin-tereinander drei Kinder gekommen. Auf einmal hat sich vieles in unserem Leben geändert. Es war Schluss mit dem Ausgehen, mit den Vorträgen und Konzerten. Wir mussten beide daheim bleiben. Aber – wir haben jetzt erst das Leben richtig kennengelernt, wie es eigent-lich ist, wertvoll und froh.

Vieles hat sich im Leben von Maria und Josef geändert, viel im Leben der Hirten, der Weisen aus dem Morgenland, vieles im Leben von vielen Millionen Menschen im Blick auf das göttli-che Kind in der Krippe. Vieles kann sich in unserem Leben ändern zum Guten hin.

Der Eingang zur Geburtskirche in Bethlehem ist ganz klein. Wer in die Grotte gelangen will, in der Jesus geboren worden ist, muß sich bücken, um dorthin zu gelangen. Wer sich klein macht, um in die Augen des göttlichen Kindes zu sehen, wird erleben, mit welcher Liebe uns Gott durch die Augen dieses Kindes anschaut, er darf spüren – durch das Herz dieses Kin-des hindurch, mit welcher Liebe und Barmherzigkeit uns Gott liebt. Das kann sein ganzes Leben umgestalten und verändern.

Nicht allen ist es heute nach Feiern und Freude zumute, und die Ängste des Lebens lassen sich nicht einfach für ein paar Stunden beiseitelegen. Aber die Weihnachtsbotschaft beginnt gerade hier:  mitten im Dunkel, „beim Volk, das im Dunkeln lebt“  wie es bei Jesaja  heißt, bei den Hirten auf dem Feld, die Nachtwache halten. Und sie besagt: In jedem Dunkel, ganz gleich, wie es aussieht, kann sich etwas verändern, verwandeln: Es kann ein Licht aufstrah-len, von diesem Kind her, von unserem Retter, durch dessen Herz uns Gott liebt und barm-herzig ist, durch dessen Augen uns Gott alle voll Liebe anschaut.

Diese Nacht in Bethlehem hat alles verändert: das Dunkel hat seine Macht verloren. Ab jetzt ist das Licht, wenn wir ihm vertrauen, immer mächtiger als das Dunkel. Das Licht der Christ-bäume ist nur ein kleiner Wiederschein von dem Licht, das von unserem Retter kommt.
Die Wirklichkeit damals in Bethlehem war ja ganz anders: damals in Bethlehem hat es keine Christbäume gegeben, kein „Stille Nacht“, keine Weihnachtsgesänge, kein warmes Geburts-zimmer, sondern einen schmutzigen Stall, keine Glückwünsche für das Neugeborene, son-dern Einsamkeit draußen vor der Stadt.

Aber die ersten, die überhaupt wahrnahmen, was da geschehen ist, waren solche, die eben-falls auf der Schattenseite des Lebens  standen, oft im Dunkel;  arme, rechtlose Hirten auf dem Felde. Sie haben das Licht des Lebens nicht im Glanz des Weihnachtsschmuckes ge-funden, sondern in ihrem Herzen, in ihrer Angst, in ihrem Leid, in ihrem Ausgesondert sein von anderen Menschen. Sie haben beim göttlichen Kind in der Krippe erfahren: ich werde angenommen von der Liebe und Barmherzigkeit es Retters, ich werde auf die Seite des Le-bens gestellt, das ich bei Gott neu erfahren darf.

So möchte ich allen von Herzen dieses erhellende und erwärmende Licht, die Geborgenheit in Gott, der gekommen ist, uns Menschen aus allem Dunkel zu erlösen, wünschen ….Weltgebetstag um geistliche Berufe


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