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Entscheidung gefordert

Pfr. Max Falschlunger´
Zu den Lesungen vom 21. Sonntag im Jahreskreis – LJ B
L.1: Jos 24,1-2a. 15-17.18b
L.2: Eph 5,21-32
Ev. Joh 6,60–69

Höchste Begeisterung haben schon viele Sportler von ihren Fans erlebt, solange sie siegreich waren. Nicht wenige von ihnen haben das innere und äußere Verlassen ihrer Anhänger erlebt, sobald sie nicht mehr die ersten Plätze errangen.

Zahlreiche Menschen sind Jesus nachgefolgt, haben ihm zugehört, haben seine Wunder erlebt und haben ihn wieder verlassen, sind nicht mehr mit ihm umhergewandert. Warum? Sie haben sich innerlich nicht total für ihn entschieden. Es war noch zu viel Sensationslust dabei.

Schon Josua musste die Israeliten zur Entscheidung herausfordern, wem sie dienen wollten: Gott oder den Götzen. Wer sich für Gott entscheidet, kann sich nicht mehr mit anderen falschen Göttern verbinden, wie es die Israeliten bald wieder getan hätten. Dieses Mal haben sie sich wieder von den falschen Göttern losgesagt, und sich für den einen Gott entschieden.

Man kann nicht zwei Herren dienen, ist ihnen diesmal klar geworden. Immer wieder aber haben sie Jahwe verlassen und sich anderen Göttern zugewandt. Dabei haben sie die bittere Erfahrung gemacht, daß die Götzen mächtig wurden und über sie geherrscht haben, sobald die Ent-scheidung für den Gott der Befreiung, Jahwe, nicht konsequent genug gelebt wurde.

Da wurde das "Goldene Kalb" wichtiger als der Gott, der sie in ihrer Unterdrückung in Ägypten gehört hat und sie in die Freiheit hausgeführt hat.

Geschieht heute nicht ähnliches? Was geschieht, wenn der Mensch Gott verlässt? Was geschieht, wenn jemand den Sonntag aufgibt und ihn nur mehr zum reinen Erholungs- und Erlebnistag umwandelt, obwohl Erholung und schöne Erlebnisse an sich wertvoll sind? Was geschieht, wenn jemand das Kreuz, das er bisher am Halskettchen getragen hat, weggibt und dafür einen Stein trägt, ohne dabei zu bedenken, daß letztlich jede heilende Kraft von Gott kommt, der sie schenkt.

Wird es besser in der Welt ohne Gott, wird es besser, wenn wir Gott auslassen, verdrängen und dafür anderes zu Göttern, Götzen machen – Geschöpfe, Geld und Macht, Vergnügen und vieles mehr?

Haben wir nicht schon lange gespürt, dass uns diese Götzen unterdrücken, unfrei machen , unzufrieden lassen, während uns Gott, dem wir wirklich vertrauen, lieben können, befreit?

Die drei Lesungen dieses Sonntags machen das auf verschieden Weise deutlich. Wer sich für den Gott der Befreiung entscheidet, kann sich nicht zugleich anderen Götzen zuwenden. So hören wir in der ersten Lesung.

Wer sich für Jesus Christus entscheidet, muß damit rechnen, daß ihn manche nicht mehr verstehen, ihn vielleicht wie Jesus verlassen, diesen Weg mit ihm nicht mehr mitgehen wollen, ihn auf diesem Weg nicht mehr unterstützen wollen.

Im Evangelium wenden sich sogar jene ab, die Jeus einmal persönlich erlebt haben, von ihm einmal begeistert waren. Aber ausgerechnet Petrus, der wirklich nicht der große Held der Nachfolge Jesu war, geht den Weg mit Jesus weiter. Er macht nicht alles richtig und fehlerlos, aber er ist bereit, sich trotz der eigenen Schwächen bedingungslos auf den Weg Jesu einzulassen und sich dabei nicht von anderen abbringen zu lassen. Das wäre wohl für uns alle die richtige Entscheidung.

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