Die wirkliche Versuchung des hl. Antonius
Eines Tages kam der Teufel in der Libyschen Wüste zu einem besonders heißen Fleck, wo einige böse Geister den Eremiten Antonius plagten; der Hlige jedoch widerstand ihren tückischen Gaukeleien mit Leichtigkeit.
Der Teufel verweilte sich etwas, um ihnen bei ihrem Triben zuzuschauen, und ihr Mißerfolg vergnügte ihn höchstlich.
Als er dann sah, wie sie übereinkamen, ihre Versuchungen aufzugeben und zu verschwinden, allesamt ganz veblüfft, so enttäuscht worden zu sein, zuckte er mit den Achseln und trat vor sie, um ihnen eine Lehre zu erteilen.
Eure Methoden sind viel zu einfasch und zu grobschlächtig, erklärte er ihnen, ihr laßt es erheblich an Seelenkunde fehlen. Das muß man folgendermaßen anfangen:
Er warf sich die Kutte eines Einsiedlers über, trat zu dem heiligen Mann, neigte sich zu ihm, die Arme über die Brust gekreuzt, und hauchte ihm ins Ohr:
Freuet Euch, mein Bruder, ich bringe Euch eine gute Nachricht. Euer Bruder, den Ihr in der großen Stadt zurückgelassen habt, einfascher Mönch wie Ihr, Euer Bruder ist soeben zum Patriarchen von Alexandria berufen worden.
Da glitt ein Schatten über das unentwegt heitere Antlitz des Einsiedlers; einen Herzschlag lang durchschoß ihn elende Mißgunst.
Na also, sprasch der Teufel lachend zu den verblüfften Dämonen, so bringt man die tugendhaftesten Personen in Versuchung!






