Dauerhafte Heilung und Heimat
Dauerhafte Heilung und Heimat
Cons Max Falschlunger
Predigt zum 5. Sonntag der Osterzeit, 22.05.2011 Evg. Joh. 14,1-12
Wer öfters bei sich einen Wohnungswechsel erlebt hat, hat eine Ahnung davon, was es heißt, keine feste, bleibende Heimat zu haben. Wie viele Menschen in Fukoshima, in Nordafrika, haben ihr Haus, ihre Wohnung, ihre Heimat verloren und suchen jetzt eine neue Heimat, eine Wohngelegenheit in fremder Umgebung. Gibt es einen Platz für uns alle, eine Wohnung, wo wir einmal für immer zuhause sein dürfen? Wo ist dieser Platz für uns? Wo wird dieser Ort, diese Wohnung einmal sein, von wo uns keine Haussanierung, keine Straßenverlegung, keine Flutkatastrophe, kein Atom-Supergau, keine Lawine oder Mure, kein Bürgerkrieg und Verfolgung mehr vertreiben wird? Wo wird der Kranke oder der Mensch, der immer wieder krank wird, seine endgültige Heilung und Heimat finden?
Im Evangelium des heutigen Sonntages sagt uns Jesus: Im Hause meines Vaters ist dieser Ort, dieser Platz. Christus ist gegangen, um uns dort einen Platz zu bereiten. In diesem Hause gibt es viele Wohnungen. Mit Thomas im heutigen Evangelium möchten wird aber vielleicht auch fragen: Aber, wie finde ich diesen Platz, diesen Ort, diese Wohnung, von der ich nicht mehr vertrieben werden kann? Wo ist der Weg dorthin? Jesus antwortet dem Thomas und auch mir: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Bei einer Bergtour mit einem Freund haben wir bei dichtem Nebel den Weg verloren. Wir mussten längere Zeit nicht mehr vor und zurück. Gott sei Dank haben wir eine Spur entdeckt in dieser recht gefährlichen Situation. Als wir am Ziel angelangt waren, erzählte mir der Freund, dass er ganz intensiv zum Hl. Antonius gebetet hat, zu dem er ein fast 100%iges Vertrauen hat. Er war überzeugt, dass der Hl. Antonius uns geholfen hat, den Weg wieder zu finden. Durch den Hl. Antonius, so sagt er immer wieder, hat er einen besonderen Zugang zu Jesus Christus.
Vielleicht geht es uns allen manchmal so, dass uns ein Freund, eine Freundin, ein Mensch hilft, einen ganz neuen Zugang zu einem Menschen zu finden, den wir vorher nicht gehabt haben. Für mich ist Maria ein solcher Zugang zu ihrem Sohn Jesus Christus. Sie hat mir geholfen, eine innere Beziehung zu Jesus Christus zu finden. Maria ist noch nicht das Ziel, sondern Jesus Christus. Aber auch Jesus Christus hat gesagt: „Ich bin der Weg.“ Aber Jesus Christus ist nicht nur der Weg zum Ziel, zum göttlichen Vater. Er ist auch das Ziel, denn der Vater, zu dem der Weg führt, ist in ihm. Der Vater ist im Sohn wie der Sohn im Vater. Jesus aber ist der eigentliche Zugang zum Vater für uns Menschen.
Wenn wir einmal einen Zugang zu Jesus gefunden haben, nicht nur zu einem höheren unpersönlichen Wesen, dann bekommen wir auch einen Zugang zum himmlischen Vater, der uns eine Wohnung, eine Antwort bereit hält, die wir nicht mehr verlieren werden, einen Frieden, eine Freude in Gott dem Dreifaltigen, in dem wir sehr glücklich sein werden mit den Menschen, die auch bei ihm sein werden.
Text: Dauerhafte Heilung downloaden





