25. Sonntag im Jahreslreis
Predigt von Cons. Max Falschlunger
Viele von uns haben wahrscheinlich noch die Bilder vor Augen vom Pasto-ralbesuch des Hl. Vaters in Bayern. Sie erinnern sich, wie der Hl. Vater immer wieder Kinder ins seine Arme nahm, sie auf die Stirne küsste oder segnete. Einmal hat ihm sogar ein Sicherheitsbeamter ein Kind gebracht.
Und dann die strahlenden Gesichter der Eltern, ihr dankbares Wort. Jesus stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: “Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat!“
Wir denken daran, dass Jesus am Kreuz, an dem er ohnmächtig war, wie ein Kind, als sein Sohn von seinem himmlischen Vater aufgenommen wird und in die Auferstehung hineingenommen wird, wo es kein Leiden und Sterben mehr gibt, sondern ewiges Leben. „Ich und mein Vater sind eins“, sagt Jesus an einer anderen Stelle. Wir können Vater und Sohn nicht tren-nen. Sie sind eins im Hl. Geist.
Wer ist mit diesem Kind gemeint, das die Jünger aufnehmen sollen und mit ihnen auch wir. Die Verheißung ist groß, wenn wir dieses Kind aufnehmen – es führt die Jünger und uns zur Gemeinschaft mit dem Dreifaltigen Gott …
Ich glaube zu diesem Kind können sehr viele gezählt werden: Die Kranken, Behinderten, die Schwachen und Ausgestoßenen, die Gefangenen, Be-nachteiligten, Trauernden und Weinenden. – Alle, die um ihre Grenzen, Beschränkungen, ihre Ohnmacht, Hilfsbedürftigkeit wissen und sich des-sen auch bewusst sind, dass sie Hilfe brauchen. – Ein Kind kann auch manchmal schreien und bockig sein und widerspenstig. – Aber auch in diesem Zustand wird es seine Arme ausstrecken um Hilfe.
Auch wir Erwachsenen können manchmal böse sein und widerspenstig. Aber dann kann uns wieder die Reue und der Umkehrwille erfüllen. Gott und Mitmenschen können uns wieder verzeihen, uns ins Herz oder in die Arme schließen wie ein Kind, das gereift ist durch die Selbsterkenntnis. Schwierig ist es dann, wenn wir die Größten sein wollen wie die Apostel im Evangelium, und wenn wir auf diesem hohen Ross bleiben wollen und nicht mehr heruntersteigen wollen. Dann entziehen wir uns diesem Kindsein. Jesus kann uns nicht mehr umarmen. Der Mensch isoliert sich selber von Gott und den Menschen.
Solange die Apostel auf dem hohen Ross bleiben wollen, können sie auch nicht begreifen, dass Jesus am Kreuz ohnmächtig wurde wie ein Kind und den Vater brauchte, der ihn in seine Arme nahm. Die Apostel sind nach Ostern zur Einsicht gekommen durch das Wirken des Hl. Geistes, nachdem Jesus - durch die Führer des Volkes die in ihrer verfestigten Haltung, besser zu sein als ER und das Volk - gescheitert ist. Die Apostel sind nach Ostern wieder den Kindern und Ohnmächtigen nahe gekommen.
Der Hl. Vater und auch sein Vorgänger – das ist mir aufgefallen – haben sich inmitten des Jubels immer wieder besonnen. Papst Benedikt hat im-mer wieder die Augen geschlossen zum Gebet. Papst Johannes Paul II. hat immer wieder auf den Gekreuzigten seines Hirtenstabes geschaut.
Auch uns wird die Besinnung und der Blick auf den Gekreuzigten immer wieder helfen, uns als seine Kinder zu wissen, die er umarmen will und helfen, niemanden, der bereit ist unsern Dienst, Vergebung und Gemein-schaft zu verweigern, sondern aus innerstem Herzen zu schenken.






